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Georg-Büchner-Preis für Elke Erb

Last updated on 7. November 2020

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat am 31.10. den diesjährigen Georg-Büchner-Preis an Elke Erb verliehen.

Mit Elke Erb ehre die Akademie – so die Akademie-website – „ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt. Elke Erb gelingt es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert. Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchstlebendige Erkenntnisform.“

Frank Hertweck, Leiter der Kulturredaktion des SWR, schreibt: „Ich glaube, es ist ganz klar die Würdigung eines Lebenswerks, eines großen Einflusses, von dem man gar nicht so weiß.“ Einen Audio-Beitrag des SWR zur Preisverleihung an Erb finden Sie hier.

Elke Erb, geb. 1938, zog 1949 zu ihrem Vater in die DDR, wurde zunächst Landarbeiterin und studierte anschließend Germanistik, Slawistik, Geschichte und Pädagogik. 1963 machte sie ihr Lehrerexamen und arbeitete bis 1965 als  Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag. Seit 1966 ist die freie Schriftstellerin.
Sie ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und lebt heute in Berlin und in der Oberlausitz.

In einem Gespräch mit Christa Wolf, veröffentlicht am Ende ihres Bandes „Der Faden der Geduld“, charakterisiert sich Elke Erb 1978 selbst als „Risiko“ und sagt zu ihrem experimentellen literarischen Ansatz : „Ich bin außerhalb der Form. Und das ist eine Chance und ein Risiko. Die Menschheit geht mit mir ein Risiko ein, ich diene als Risiko.“
Nach 1989 wurde sie zu einer Kritikerin der bundesrepublikanischen Verhältnisse: „Woher soll ein Sinn für Kultur kommen in einem Land, das kulturlos wirtschaftete? Und was sinnt die Deutsche Bank? Nur gut, denke ich (erfreut über den metaphorischen Griff), daß sie Mecklenburg (z. B.) nicht tilgen können, sollte sich herausstellen, Mecklenburg wirft nichts ab.“ (Zitate: nach wikipedia)

Zuletzt er­schienen „die crux“ (Prosa, 2003) und „Gänse­sommer“ (Gedichte u. Kurzprosa, 2005). Sowie „Sonanz“ – Gedichte (Urs Engeler Editor 2008) und „Meins“ – Gedichte (roughbooks 2010).


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