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Maja Malu, Süchtig nach Rausch

von Rita Hausen

Das Buch schildert, wie die 14jährige Hannah immer weiter in die Drogenszene abgleitet. Anfangs konsumiert sie Alkohol, später auch Tabletten, Codein und Haschisch. Ihre Eltern tun so, als ob sie nichts merken, sie haben selbst auch Alkoholprobleme. Hannah wendet sich an Drogenberatungsstellen, wo ihr jedoch nicht geholfen wird. Schließlich entscheidet sie sich für eine Langzeittherapie. Der Plan scheitert, weil die Kostenzusage sich verzögert und ihre Eltern ihr nicht beistehen. Im Gegenteil, sie wollen nicht, dass ihre Tochter offiziell als drogenabhängig gilt.

Die Drogenszene wird eindringlich und authentisch beschrieben, die Autorin schildert neben Hannahs Leben viele berührende Schicksale und sympathische Junkies. Die verschiedenen inneren Zustände der Protagonistin werden einfühlsam wiedergegeben, teils sehr poetisch, teils ziemlich krass.

Als weiteres Thema stehen die Beziehungen im Mittelpunkt, die Hannah eingeht und die häufig wechseln. Doch in Jacko findet sie ihre große Liebe. Für ihn ist sie bereit, ihre Abhängigkeit von Alkohol und Tabletten zu überwinden. Sie schafft es auch – und zwar ohne irgendeinen Beistand. Jacko gelingt jedoch der Absprung nicht, er fängt sogar wieder an, Heroin zu nehmen. Immer wieder verspricht er seiner Freundin, clean zu werden, doch er bringt es nicht fertig.

Mir kam beim Lesen der Gedanke, dass Sucht viel mit Sehnsucht nach Liebe zu tun hat. Wenn die innere Leere überhandnimmt, versucht man sie mit irgendetwas zu füllen. Und das kann dann alles Mögliche sein.

Der Autorin ist es gelungen, eindringlich und einfühlsam sowie in einer sehr packenden Sprache den Lebensabschnitt einer jungen Frau zu beschreiben, die drogenabhängig wird und aus eigener innerer Kraft den Absprung schafft.
Sie plant ein zweites Buch, in dem es darum geht, ob die Beziehung zwischen Hannah und Jacko eine Zukunft hat.

TWENTYSIX 2020
ISBN-13: 9783740766528
12,99 €, E-Book: 7,99 €